Start Live-Blog Wagrain 21.08. - Tag 8
21.08. - Tag 8
Geschrieben von: Harry Wijnvoord   

Alm

Die Alm-Wanderer sind heute Nachmittag nach siebenstündiger Wanderung ins Haus zurückgekehrt. Der Gartenschlauch als erste Dusche und eine deftige Mahlzeit warteten auf die Rückkehrer:

Schon vor zwei Tagen hatten die Teilnehmer, die das Gipfel-Ziel auf sich nehmen wollten, begonnen, die Tour selber vorzubereiten. Das Küchen-Team kümmerte sich darum, was, wieviel, wann und wie gegessen werden sollte. Es wurde eingekauft und danach geschaut, dass das Essen nicht zu schwer und nicht leicht verderblich war. Das Weg-Team sorgte anhand der Wanderkarten für die Planung der Wanderung. Ein weiteres Team war für das Abendprogramm zuständig; das vierte Team hatte die Aufgabe, eine To-Do-Liste mit wichtigen Dingen für die Alm-Tour zu erstellen.

Brücke

Freitagmorgen nach den Zimmer- und Klodiensten starteten die 17 Mädchen und Jungen dann mit drei Betreuern in Richtung des ersten Ziels. Dies war unsere Übernachtungsmöglichkeit - eine Almhütte, ausgestattet mit Plumpsklo, einem Wassertrog mit frischem fließenden Quellwasser und Matratzenlagern für die Nacht. Außerdem gab es einen Holzofen mit einer Herdplatte, auf der wir am Abend heißen Tee zubereiteten. Die einzigen Nachbarn weit und breit: Einige Mutterrinder mit ihren Kälbern, deren Stall in unserem Keller war und die auf der Almwiese "wohnten".

Das erste Ziel war also diese Hütte auf circa 1.200 Meter Höhe, auf der wir bei der Ankunft am Mittag das erste Essen einnahmen und unsere Schlafsäcke und Küchenutensilien (Topf, Besteck, Becher etc.) deponierten, um mit weniger Gepäck das erste Ziel, einen Gipfel auf knapp 2.000 Meter Höhe in der Nähe der Hütte am Nachmittag zu erklimmen. Auf dem Weg dorthin verloren wir etwas die Orientierung, da unser Weg-Team etwas getrödelt hatte, sodass wir das Ziel nicht mehr erreichen konnten. Dies war aber nicht schlimm, denn wir machten untereinander aus, bis zu einer gewissen Uhrzeit nach oben zu wandern und dann umzukehren. Für diese Entscheidung wurden wir belohnt, denn wir kamen auf eine hohe Alm mit bestem Bergblick bei untergehender Sonne. Nach diesem Schmankerl kehrten wir um zur Alm-Hütte, aßen dort zu Abend und gestalteten den Abend mit Gruppenspielen im kleinen Aufenthaltsraum unserer Hütte. Danach wurden die Matratzenlager besiedelt.

HütteHütte

Am Morgen hieß es dann früh aufstehen, um das Tagesziel zu erreichen und dann zum Mittagessen wieder in Wagrain in unserem Haus bei den anderen zurück zu sein. Um halb acht schien auch schon die Sonne auf unsere Haus und nach dem Frühstück, der Katzenwäsche am Wassertrog, Aufräumen und Packen ging es mit den Rucksäcken auf dem Rücken auf die Tagesroute. Das Weg-Team hatte diese vorbereitet, auf dem Plan stand, zuerst zur "Kleinarl-Hütte" (1.700 m) und dann weiter zum Gipfel des Berges "Gabel" (2.037 m) zu wandern. Von dort sollte es dann zurück nach Wagrain gehen.

Gipfelkreuz

All diese Ziele erreichten wir auch; allerdings war die Angabe unseres Hausbesitzers, für diese Tour dreieinhalb Stunden zu benötigen, nicht richtig. Im Endeffekt liefen wir die doppelte Zeit und einige Wege bildeten eine ordentliche Herausforderung. Gefährlich wurde es allerdings nie, die einzigen Blessuren, mit denen wir in Wagrain ankamen, waren Blasen an den Füßen und sonnige Rucksack-Abdrücke auf den Rücken. Die Wanderung am Samstag war aber sehr anstrengend, lohnte sich aber allein wegen des Blicks in die Täler und dem Erlebnis, am Gipfelkreuz zu stehen. Auf dem Weg begegneten uns immer wieder Kühe, mal vereinzelt - mal als Herden: Anscheinend lassen sich die Rindviecher von keiner Anhöhe abschrecken und stehen auch im steilen Gelände ihre "Frau" bzw. ihren "Mann".

KuhKuhKuh

Auf den letzten Metern, nachdem wir den höchsten Gipfel bestiegen hatten, ging uns dann bei der Aussicht, noch drei Stunden nach Wagrain zu benötigen, etwas die Puste aus. Im Tal angekommen, mussten wir noch die kleine Anhöhe bis zum Haus bewältigen - einige Herren hatten noch genug Kondition, um diesen Weg im Sprint zurückzulegen, andere Teilnehmern legten die letzten Meter zu Fuß (Zitat: "Ich gehe auf dem Zahnfleisch") und gemächlich zurück. Im Haus war unser Kommen schon angekündigt; in der Küche standen selbstgemachte Cevapcici mit Reis, Salat und Tzatziki bereit - alle Rückkehrer freuten sich, den Strahl aus dem Gartenschlauch abzubekommen und sich - wohlverdient - den Bauch vollzuhauen und danach eine Dusche zu nehmen.

Trotz der Anstrengung und dem vielen Laufen (an beiden Tagen insgesamt 14 Stunden) fanden alle Teilnehmer die Alm-Wanderung einmalig und "episch". Die Gruppe hatte viel Spaß und war Stolz, den Weg zurückgelegt und die Berggipfel bestiegen zu haben.

 

Kai

 
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